Was ist der Unterschied zwischen M&A und Nachfolgeberatung?
Nachfolgeberatung klärt, ob und an wen übergeben wird — auch familienintern oder an das eigene Management, oft mit fünf bis zehn Jahren Vorlauf. M&A-Beratung begleitet die Transaktion selbst: Bewertung, Käufer- oder Zielsuche, Due Diligence und Verhandlung. Bei einem Verkauf an einen externen Käufer greifen beide ineinander. Ein strategischer Zukauf dagegen hat mit Nachfolge nichts zu tun — dort geht es um Wachstum.
Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?
Von der ersten Bewertung bis zum Closing typischerweise 12 bis 24 Monate. Der mit Abstand längste Abschnitt ist die Suche nach einem passenden Käufer: Dafür sind 4 bis 12 Monate realistisch. Steht der Käufer bereits fest, verkürzt sich der Gesamtprozess auf 6 bis 10 Monate. Beim Zukauf hängt die Dauer davon ab, wie schnell ein geeignetes Zielunternehmen gefunden und zu Gesprächen bereit ist — auch hier ist die Suche der bestimmende Faktor.
Woran scheitern Unternehmensverkäufe im Mittelstand?
Am häufigsten nicht am Preis, sondern an der Vorbereitung: Zahlen, die der Due Diligence nicht standhalten, ungeklärte Rechtsverhältnisse bei Immobilien oder Lizenzen, eine zu starke Abhängigkeit vom Inhaber. Zweithäufigster Grund ist die Finanzierung auf Käuferseite. Beides lässt sich vorab prüfen — deshalb steht die Verkaufsfähigkeitsanalyse am Anfang und nicht die Käufersuche.
Was ist eine Due Diligence und wie bereitet man sich vor?
Die systematische Prüfung des Unternehmens durch den Käufer — Finanzen, Recht, Steuern, oft auch Technik und Personal. Vorbereitung heißt: einen strukturierten Datenraum anlegen, erkennbare Risiken vorab klären und offen benennen, statt sie zu verstecken. Wer Fragen erst während der Prüfung beantwortet, verliert Verhandlungsposition und Zeit — und gibt dem Käufer Argumente für einen Preisabschlag.
Wer macht was — Sie, mein Anwalt oder mein Steuerberater?
Wir übernehmen die betriebswirtschaftliche Seite: Bewertung, Aufbereitung der Zahlen, Verkaufsunterlagen, Käufer- oder Zielsuche, Datenraum, Prozesssteuerung und die Verhandlung der wirtschaftlichen Eckpunkte. Die Gestaltung und Prüfung der Verträge übernimmt Ihr Anwalt, die steuerliche Ausgestaltung und Strukturierung Ihr Steuerberater. Diese Aufteilung hat einen praktischen Grund: Beide kennen Ihre Verhältnisse über Jahre. Wir sorgen dafür, dass alle Beteiligten mit derselben Zahlenbasis arbeiten und die Abstimmung den Prozess nicht ausbremst.
Wie wird der Unternehmenswert ermittelt?
Über drei gängige Verfahren: Ertragswertverfahren nach IDW S 1 als Standard im Mittelstand, Discounted Cash Flow für investorenrelevante Bewertungen und Multiplikatoren als Marktvergleich — beim EBITDA-Multiple branchenüblich zwischen 4 und 8. In der Praxis rechnen wir mindestens zwei Verfahren und prüfen, ob sie in dieselbe Richtung zeigen. Weichen sie stark ab, liegt darin meist die eigentliche Erkenntnis.
Wie wird M&A-Beratung abgerechnet?
Üblich ist eine Kombination aus einem laufenden Grundhonorar für die Prozessbegleitung und einer erfolgsabhängigen Komponente, die beim Abschluss fällig wird. Der prozentuale Anteil der Erfolgskomponente sinkt mit steigendem Transaktionsvolumen. Reine Bewertungsleistungen ohne Transaktionsbegleitung rechnen wir nach Aufwand ab. Was in Ihrem Fall passt, hängt von Umfang, Dauer und davon ab, ob eine Gegenseite bereits feststeht — die Konditionen legen wir vor Projektstart schriftlich fest.
Kann ich mein Unternehmen auch ohne Berater verkaufen?
Ja, insbesondere wenn der Käufer feststeht und die Größenordnung überschaubar ist. Selbst leisten müssen Sie dann: eine belastbare Bewertung als Verhandlungsgrundlage, die Vorbereitung der Due Diligence und die Verhandlung von Garantien und Kaufpreisstruktur. Der häufigste Fehler beim Alleingang ist nicht ein zu niedriger Preis, sondern eine Vertragsgestaltung, deren Haftungsfolgen erst Jahre später sichtbar werden.
Wird M&A-Beratung gefördert?
Beratungsleistungen im Vorfeld — Bewertung, Verkaufsfähigkeitsanalyse, strategische Vorbereitung — sind über die BAFA-Förderung bezuschussbar: in Nordrhein-Westfalen 50 Prozent auf maximal 3.500 € förderfähige Beratungskosten, also bis zu 1.750 € Zuschuss. Die Transaktionsbegleitung selbst ist nicht förderfähig. Anträge sind nach aktueller Richtlinie bis zum 31.12.2026 möglich.