Verwaltungen & kommunale Unternehmen

Beratung für den öffentlichen Sektor

Verwaltungen und kommunale Unternehmen müssen gleichzeitig altersbedingte Abgänge auffangen, Abläufe digitalisieren und – in Stadtwerken und Versorgern – die Wärmewende umsetzen. Externe Beratung unterstützt dort, wo interne Kapazität fehlt: bei Führung und Zusammenarbeit, bei Veränderungsprozessen mit den Beschäftigten, beim Wissenstransfer und in kommunalen Unternehmen zusätzlich bei Wirtschaftsplanung und Controlling.

Für Kommunalverwaltungen, Kreise und Landeseinrichtungen ebenso wie für Stadtwerke, Wohnungsgesellschaften und Verkehrsbetriebe: Wir moderieren, begleiten Führungskräfte und Veränderungsprozesse und bringen in kommunale Unternehmen Planung und Controlling ein.

5,5 Mio.
Beschäftigte im öffentlichen Dienst
26,3 %
sind 55 Jahre oder älter
631.000
fehlende Beschäftigte laut dbb
427
Kommunen in NRW
Marktdaten

Lage im öffentlichen Sektor

Personalengpässe und eine hohe Zahl altersbedingter Abgänge treffen auf neue Pflichtaufgaben wie die kommunale Wärmeplanung – in Verwaltungen ebenso wie in kommunalen Unternehmen.

rund 5,5 Mio.

Beschäftigte im öffentlichen Dienst zum 30. Juni 2025 (vorläufiges Ergebnis)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.06.2026

26,3 %

der Beschäftigten im öffentlichen Dienst waren Mitte 2024 55 Jahre oder älter

Quelle: Statistisches Bundesamt, Beschäftigte nach Altersgruppen, Stand 30.06.2024 (eigene Berechnung)

631.000

fehlende Beschäftigte, davon 112.000 in den Kommunalverwaltungen

Quelle: dbb beamtenbund und tarifunion, Abfrage bei den Mitgliedsgewerkschaften, August 2026

427

Kommunen in Nordrhein-Westfalen: 396 Städte und Gemeinden sowie 31 Kreise

Quelle: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW

340

kommunale Unternehmen aus Energie, Wasser, Abfall und Telekommunikation im VKU NRW, mit über 75.000 Beschäftigten

Quelle: VKU-Landesgruppe NRW (Mitglieder Stand 12/2024, Beschäftigte 2023)

2026 / 2028

Fristen für kommunale Wärmepläne: bis 30. Juni 2026 für Gemeindegebiete über 100.000 Einwohner, bis 30. Juni 2028 für alle übrigen

Quelle: Wärmeplanungsgesetz (WPG), § 4 Abs. 2

Angaben aus amtlicher Statistik, Gesetzestext und Verbandsveröffentlichungen. Die dbb-Zahl beruht auf einer Abfrage bei den Mitgliedsgewerkschaften und ist keine amtliche Statistik.

Was Verwaltungen und kommunale Unternehmen beschäftigt

Diese Themen stehen im öffentlichen Sektor derzeit oben auf der Agenda.

Wissen geht in den Ruhestand

Mit erfahrenen Beschäftigten geht Erfahrungswissen, das in keiner Akte steht. Übergaben für Schlüsselfunktionen und Führungspositionen müssen früher beginnen, als Stellenpläne es vorsehen.

Führung unter neuen Bedingungen

Führungskräfte übernehmen früher Verantwortung, Teams arbeiten in Teilzeit und hybrid, Beschäftigte erwarten Beteiligung. Führung, die allein über die Hierarchie funktioniert hat, trägt das nicht mehr.

Digitalisierung, die im Alltag ankommt

Onlinedienste und E-Akte verändern Zuständigkeiten und Abläufe. Ohne geklärte Prozesse und Rollen laufen digitale und papierbasierte Wege nebeneinander weiter.

Zusammenarbeit über Zuständigkeitsgrenzen

Ämter, Fachbereiche, Eigenbetriebe und Beteiligungen arbeiten an gemeinsamen Vorhaben – mit eigenen Zielen, Budgets und Entscheidungswegen. Die Abstimmung kostet oft mehr Zeit als die Arbeit selbst.

Investitionsdruck in kommunalen Unternehmen

Stadtwerke investieren in Netze und Wärmeversorgung, Wohnungsgesellschaften in Sanierung und Neubau. Wirtschaftsplan, Finanzierung und die Erwartungen des kommunalen Gesellschafters müssen zusammenpassen.

Unsere Formate

So unterstützen wir Verwaltungen und kommunale Unternehmen.

Führungskräfte-Workshops & Klausuren

Für neue und erfahrene Führungskräfte: Rollen klären, Führungsroutinen entwickeln, schwierige Gespräche vorbereiten – als Workshopreihe mit Transfertermin, damit Ergebnisse im Alltag ankommen.

Veränderungsprozesse begleiten

Von der Reorganisation bis zur Einführung digitaler Abläufe: Ziele, Rollen und Kommunikation gemeinsam mit den Beschäftigten erarbeiten – beteiligungsorientiert statt von oben verordnet.

Wissenstransfer organisieren

Frei werdende Schlüsselfunktionen identifizieren, Übergaben strukturieren und Tandems aufsetzen, solange erfahrene Beschäftigte noch an Bord sind.

Moderation & Beteiligung

Strategieklausuren, ämterübergreifende Workshops und Beteiligungsprozesse mit strukturierten Methoden wie Liberating Structures, die auch große Gruppen arbeitsfähig machen.

Planung & Controlling für kommunale Unternehmen

Wirtschafts- und Mittelfristplanung, Szenarien für Investitionsvorhaben und Kennzahlen, mit denen Geschäftsführung und Aufsichtsgremien steuern können.

Häufig gestellte Fragen

Wobei unterstützt externe Beratung Verwaltungen typischerweise?

Vor allem dort, wo interne Kapazität oder ein neutraler Blick fehlt: bei der Moderation von Klausuren und ämterübergreifenden Workshops, bei der Entwicklung von Führungskräften, bei Reorganisationen und der Einführung digitaler Abläufe sowie beim Wissenstransfer vor altersbedingten Abgängen. Fachliche Verwaltungsaufgaben und Rechtsfragen bleiben in der Verwaltung.

Worin unterscheidet sich die Beratung kommunaler Unternehmen von der Verwaltungsberatung?

Kommunale Unternehmen wie Stadtwerke, Wohnungsgesellschaften oder Verkehrsbetriebe steuern wirtschaftlich – mit Wirtschaftsplan, Investitionsplanung und Kennzahlen – und berichten an Aufsichtsrat und Gesellschafter. Zu Führungs- und Veränderungsthemen kommen dort deshalb Planung und Controlling hinzu. Verwaltungen arbeiten im Haushaltsrecht und mit politischen Gremien; die Schwerpunkte liegen stärker auf Organisation, Zusammenarbeit und Führung.

Wie beauftragen öffentliche Stellen externe Beratung?

Abhängig vom Auftragswert und den jeweils geltenden Vergaberegeln: kleinere Aufträge oft direkt oder nach Einholung von Vergleichsangeboten, größere im förmlichen Vergabeverfahren. Kommunale Unternehmen haben häufig eigene Beschaffungsrichtlinien, und Auftraggeber aus Energie, Wasser und Verkehr unterliegen als Sektorenauftraggeber höheren EU-Schwellenwerten. Hilfreich ist in jedem Fall ein Angebot mit klarer Leistungsbeschreibung, Umfang in Tagen und Meilensteinen.

Gibt es Fördermittel für Beratung im öffentlichen Sektor?

Die bekannten Beratungsförderungen für kleine und mittlere Unternehmen scheiden für Verwaltungen aus: Die BAFA-Beratungsförderung und das INQA-Coaching richten sich an gewerbliche KMU, und Unternehmen mit mindestens 25 Prozent öffentlicher Beteiligung gelten nach EU-Definition in der Regel nicht als KMU. Eine Ausnahme ist das NRW-Programm „Fit für die Zukunft“: Dort können auch Unternehmen im Besitz der öffentlichen Hand gefördert werden, etwa Stadtwerke oder Entsorgungsbetriebe – sofern die Arbeitsstätte in der JTF-Gebietskulisse im Rheinischen Revier oder im Nördlichen Ruhrgebiet liegt. Gemeinden, Kreise und kreisfreie Städte selbst sind ausgeschlossen.

Wie läuft eine Führungskräfte-Klausur ab?

Vorab klären Auftraggeber und Moderation Anlass, Ziele und Teilnehmerkreis, oft ergänzt um kurze Vorgespräche mit einzelnen Führungskräften. Die Klausur wechselt zwischen Plenum und Kleingruppen und endet mit konkreten Vereinbarungen: wer bis wann was tut. Ein Transfertermin einige Wochen später prüft, was umgesetzt wurde und wo es hakt – ohne diesen Schritt bleiben Ergebnisse häufig im Protokoll.

Wie gelingt Wissenstransfer vor altersbedingten Abgängen?

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Welche Funktionen werden in den nächsten Jahren frei, und wie kritisch ist das dort gebundene Wissen? Dokumentierbares Wissen gehört in Prozessbeschreibungen und Übergabeunterlagen. Erfahrungswissen – Kontakte, Ausnahmen, die Gründe früherer Entscheidungen – lässt sich nur in Tandems und strukturierten Übergabegesprächen weitergeben. Entscheidend ist eine ausreichend lange Überschneidung von Vorgängerin oder Vorgänger und Nachfolge.

Arbeiten Sie vor Ort?

Ja. Unser Sitz ist in Essen; Workshops, Klausuren und Begleitung finden bei Ihnen vor Ort in Nordrhein-Westfalen oder online statt.