Unterbranche · Maschinenbau & Industrie

Unternehmensberatung für Lohnfertigung & Zerspanung

Lohnfertiger und Zerspanungsbetriebe verdienen ihr Geld über Maschinenstundensatz, Auslastung und Rüstzeiten. Wer Stundensätze aus Vollkosten rechnet, Aufträge nach Deckungsbeitrag priorisiert, Rüst- und Durchlaufzeiten senkt und die Kundenkonzentration reduziert, hält die Marge auch bei schwacher Auftragslage.

Maschinenstundensatz, Auslastung, Rüstzeiten und Kundenabhängigkeit entscheiden über Ihr Ergebnis. Wir machen die Zahlen belastbar und die Fertigung planbar.

Vollkosten
Basis jedes Stundensatzes
10–20 %
typische Cash-Freisetzung im Working Capital
50 %
Zuschuss über BAFA-Beratung
30+ Jahre
Erfahrung im Mittelstand
Marktdaten

Branchenlage Lohnfertigung & Zerspanung

Lohnfertiger stehen als Tier-2- und Tier-3-Zulieferer zwischen Preisdruck der Auftraggeber, volatiler Auslastung und hohem Kapitalbedarf für Maschinen.

Tier 2/3

typische Position in der Wertschöpfungskette — hoher Preisdruck von oben

Quelle: CONPLANA-Projekterfahrung

~1 Mio.

Beschäftigte im deutschen Maschinen- und Anlagenbau als Abnehmerbranche

Quelle: VDMA Kennzahlen Maschinenbau

hoch

Kapitalbindung: Maschinenpark, Werkzeuge und Materialbestände binden Liquidität

Quelle: CONPLANA-Projekterfahrung

Top-3-Kunden

machen bei vielen Lohnfertigern über die Hälfte des Umsatzes aus — Klumpenrisiko

Quelle: CONPLANA-Projekterfahrung

Als „CONPLANA-Projekterfahrung" gekennzeichnete Angaben sind Erfahrungswerte aus unseren Mandaten und keine amtliche Statistik.

Typische Herausforderungen: Lohnfertigung & Zerspanung

Diese Themen begegnen uns in Projekten mit Betrieben aus dem Bereich Lohnfertigung & Zerspanung am häufigsten.

Maschinenstundensätze sind veraltet

Energie-, Werkzeug- und Personalkosten sind gestiegen, die Sätze stammen aus alten Kalkulationen. Ergebnis: Aufträge werden angenommen, die keinen Deckungsbeitrag liefern.

Auslastung schwankt stark

Ohne belastbare Vorschau springt der Betrieb zwischen Überstunden und Leerlauf. Personalplanung und Investitionsentscheidungen werden zum Blindflug.

Rüst- und Durchlaufzeiten fressen Kapazität

Kleine Losgrößen, häufige Umrüstungen und fehlende Rüstoptimierung kosten produktive Maschinenstunden — genau die Stunden, die den Stundensatz tragen.

Abhängigkeit von wenigen Kunden

Verliert ein Großkunde Volumen, kippt die Auslastung. Vertrieb findet oft nur reaktiv statt systematisch statt.

Working Capital bindet Liquidität

Material, Halbfertigware und Forderungen binden Kapital, das für Maschineninvestitionen und Puffer fehlt.

Unsere Lösungsansätze

So arbeiten wir mit Unternehmen aus dem Bereich Lohnfertigung & Zerspanung.

Maschinenstundensatz neu rechnen

Vollkostenrechnung je Maschinengruppe inklusive Abschreibung, Energie, Werkzeug, Instandhaltung und realistischer Nutzungsstunden — Grundlage für Preisgespräche mit Fakten statt Gefühl.

Auftragsselektion nach Deckungsbeitrag

Wir bewerten das Auftragsportfolio nach Deckungsbeitrag pro Engpassstunde. Das zeigt, welche Teile und Kunden Kapazität verdienen — und wo Preisanpassung oder Ausstieg richtig ist.

Rüstzeitreduktion und Lean-Fertigung

SMED-Logik, Werkzeugvorbereitung, Auftragsreihenfolge und Materialbereitstellung: klassische Lean-Hebel, die produktive Maschinenstunden freisetzen.

Kundenportfolio verbreitern

Zielkundenprofil, Ansprachelogik und Angebotsprozess für Neukunden — damit Vertrieb nicht erst startet, wenn die Auslastung schon fehlt.

Working-Capital-Programm

Bestandsreichweiten, Rüstlosgrößen, Zahlungsziele und Mahnwesen systematisch angehen. Freigesetzte Liquidität finanziert Investitionen ohne zusätzliche Kredite.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet man einen realistischen Maschinenstundensatz?

Der Satz ergibt sich aus den maschinenbezogenen Vollkosten geteilt durch die realistisch nutzbaren Maschinenstunden. Zu den Kosten gehören kalkulatorische Abschreibung, Zins, Energie, Werkzeug- und Instandhaltungskosten, Fläche sowie anteilige Bedienung. Entscheidend ist die Nennergröße: Nicht die theoretische Kapazität, sondern die tatsächlich verkaufbaren Stunden nach Rüsten, Wartung, Ausschuss und Leerlauf. Wer hier zu optimistisch rechnet, kalkuliert sich systematisch arm.

Welche Aufträge sollte ein Lohnfertiger ablehnen?

Aufträge, deren Deckungsbeitrag pro Engpassstunde unter dem Portfoliodurchschnitt liegt und die keine strategische Funktion erfüllen (Einstieg bei einem Zielkunden, Grundlast, Technologiezugang). Wichtig ist die Betrachtung pro Engpassstunde statt pro Stück: Ein Teil mit hohem Stückdeckungsbeitrag kann die falsche Wahl sein, wenn es die Engpassmaschine dauerhaft blockiert.

Wie senkt man Rüstzeiten in der Zerspanung?

Bewährte Reihenfolge: 1) Rüstvorgänge messen und in interne/externe Anteile trennen (SMED), 2) alles, was ohne Maschinenstillstand vorbereitet werden kann, nach außen verlagern (Werkzeugvoreinstellung, Programme, Vorrichtungen, NC-Prüfung), 3) Auftragsreihenfolge nach Rüstfamilien bilden, 4) Standardvorrichtungen und Nullpunktspannsysteme prüfen. Die freigesetzte Zeit sollte bewusst verkauft werden, sonst verpufft der Effekt.

Wie reduziert man die Abhängigkeit von einem Großkunden?

Realistisch über 12 bis 24 Monate: Zielkundenprofil aus den profitabelsten Bestandskunden ableiten, Fertigungskompetenzen in Referenzsprache übersetzen, aktiven Angebotsprozess mit Nachfassroutine aufsetzen und den Kapazitätsanteil pro Kunde als Kennzahl im Monatsbericht führen. Parallel lohnt der Blick auf angrenzende Branchen mit anderem Konjunkturzyklus, etwa Medizintechnik oder Energietechnik statt ausschließlich Automotive.

Welche Förderung gibt es für Lohnfertiger?

Für betriebswirtschaftliche Beratung steht die BAFA-Unternehmensberatung mit 50 % Zuschuss auf maximal 3.500 € Bemessungsgrundlage zur Verfügung. Für Führung, Organisation und Personalthemen bietet INQA-Coaching 80 % Zuschuss auf bis zu 12 Tage à 1.200 €, also maximal 11.520 €. In NRW kommen je nach Vorhaben Landesprogramme hinzu. Beide Bundesprogramme gelten nur für KMU nach EU-Definition und müssen vor Beratungsbeginn beantragt werden.